Was reizt dich besonders an deiner Aufgabe und gibt es Aspekte, die dir nicht gefallen?
Kritische Menschen reizen mich besonders und ich finde es spannend, mich immer wieder den sich verändernden Kundenbedürfnissen anzupassen. Ich bin kein Freund von halben Sachen, aber damit habe ich mittlerweile gelernt umzugehen. Nicht jeder kommt aus dem Leistungssport und das gilt es zu respektieren. Wenn der Kunde seine eigene Geschwindigkeit laufen möchte, dann passe ich mittlerweile mein Lauftempo an. Das musste ich aber erst lernen.
Manchmal fällt es mir schwer zu akzeptieren, dass Kunden Prävention oft nur aus der «Hier-und-Jetzt-Perspektive» betrachten. Denn Prävention erfordert einen langen Atem: Präventionsmassnahmen wirken in der Regel nicht von heute auf morgen und sind erst mit einer mehrere Jahre umfassenden Journey mess- und sichtbar. Um nachhaltige Resultate zu erzielen, streben wir eine langjährige Zusammenarbeit an.
Teilzeitpensen, zeitlich und örtlich flexibles Arbeiten, die zunehmende Digitalisierung ‒ die Bedürfnisse von Berufstätigen wandeln sich. Wie begegnet das BGM von SWICA diesen Herausforderungen?
Kundennähe ist uns sehr wichtig und wir beziehen unsere Kunden bei der Entwicklung unserer Dienstleistungen mit ein. Sei es mit Angeboten wie «Boundary Management» ‒ der bewussten Gestaltung der Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben, oder «Arbeit 4.0», wo es darum geht, Agilität und Führung sowie Entwicklungstendenzen auf dem Arbeitsmarkt zu diskutieren. Aber auch mit unseren Referaten und Workshops zu Lifestyle-Themen wie Ernährung, Bewegung, Schlaf und Regeneration sind wir am Puls der Zeit. Teilweise bieten wir diese auch als E-Learnings und Webinare oder in hybrider Form an.
Wie hat sich der Stellenwert der Gesundheit am Arbeitsplatz seit der Corona-Pandemie deiner Meinung nach verändert?
Wir haben selber eine kleine Stress-Befragung entwickelt und mittlerweile über 5 000 Teilnehmende gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Gesundheitszustand sind. Die Auswertung zeigt: Seit der Pandemie 2020 hat sich die subjektive Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustands der Befragten kontinuierlich verschlechtert. Die Offenheit, gerade in Bezug auf die psychische Gesundheit im betrieblichen Kontext, ist meiner Meinung nach gestiegen. Dies erlebe ich in Beratungen und Workshops mit Geschäftsleitenden, Personalverantwortlichen und Führungskräften. Die Entwicklungen gehen in die richtige Richtung.