Wie kann ein Landwirt seinen Boden aufwerten, was braucht er dafür?
Es braucht sicher am Anfang einfach viel Zeit, Geduld und vor allem Bereitschaft. Nur wer mutig ist, ausprobiert und vor allem beobachten lernt, kann weiterkommen und manchmal auch vorwärts scheitern. Unsere Böden wurden lange intensiv bearbeitet. So sind sie über die Jahrzehnte degeneriert, der Humusanteil und somit auch die Nährstoffgehalte sind drastisch gesunken. Ein gesunder Boden braucht Zwischenkulturen, Fruchtfolgen, Bodenbedecker, Tiere wie Kühe oder Hühner, die den Boden düngen und Bäume, die Schatten spenden und deren Wurzeln für einen guten Wasserhaushalt sorgen.
Welche Umstände haben zu dieser Situation geführt?
Der Mensch hatte lange Zeit das Gefühl, er könne die Natur technisch beherrschen und mit Hilfsstoffen manipulieren. Äussere Einflüsse und politische Entscheide haben dazu geführt, dass mehr auf Quantität und eine intensive Landwirtschaft gesetzt wurde, was schliesslich die Böden ausgenutzt und degeneriert hat. In der regenerativen Landwirtschaft wird auf ein natürliches Kreislaufsystem gesetzt. Der Landwirt nutzt idealerweise vieles, dass er selber auf seinem Hof produziert, zum Beispiel Tierfutter und Hofdünger, so dass er auf längere Sicht weniger abhängig von zugekauften Produkten ist.
Wie wirkt sich eine Umstellung auf den Hofbetrieb aus?
Wer umsteigt, wird anfangs weniger Ertrag erwirtschaften. Nach drei bis fünf Jahren ist der Boden gesünder und der Bauer wird einen höheren Ertrag erzielen, aber mit weniger externen Hilfsstoffen, was die Kosten senkt. In der regenerativen Landwirtschaft geht es nicht um maximale, sondern optimale Erträge. Mindestens 40 Prozent der Bauern möchten umstellen, wenn die Politik und der Markt sie unterstützen würden.
Was passiert, wenn wir jetzt nichts unternehmen?
Wenn wir jetzt nicht umstellen, werden wir in einigen Jahren ein Problem mit unserem Boden haben. Nur schon der Klimawandel zeigt, dass es trockener wird. Trocknet der Boden aus, ist er nicht mehr kultivierbar oder muss so intensiv bewässert werden, dass es nicht mehr nachhaltig sein wird. Wir müssen wieder weg von der Quantität und hin zur Qualität kommen.