Neun von zehn Jugendlichen in der Schweiz nutzen soziale Netzwerke mehrmals pro Woche, die meisten sogar täglich. Besonders beliebt sind dabei Instagram, TikTok, WhatsApp und Snapchat, die in der JAMES-Studie 2024 als «Big Four» bezeichnet werden. Sie zählen zu den wichtigsten Kommunikations- und Unterhaltungsplattformen für Jugendliche. Mit der intensiven Nutzung wachsen auch die Sorgen über psychische Belastungen, Ablenkung im Unterricht und Cybermobbing. Politik, Schulen, Eltern und Fachstellen diskutieren daher, ob Verbote, klare Regeln oder eine gezielte Begleitung den wirksamsten Schutz bieten.
In Australien gilt seit Dezember 2025 ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Normalerweise legen die einzelnen Anbieter die Altersbeschränkungen selbst fest. Für die meisten liegt die Grenze bei 13 Jahren, so auch in der Schweiz.
Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) lehnt pauschale Verbote von Social Media für Jugendliche ab und plädiert stattdessen für partizipativ ausgehandelte, altersgerechte Regelungen und eine gezielte Förderung von Medienkompetenz. Nach Ansicht der EKKJ schränken Verbote wichtige Lernprozesse ein und verhindern, dass Jugendliche die notwendigen Kompetenzen für einen sicheren und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien erwerben.
Der LCH befürwortet klare, gesetzlich geregelte Altersbeschränkungen auf Social-Media-Plattformen, lehnt jedoch pauschale Verbote ab. Entscheidend sei eine Kombination aus wirksamer Altersverifikation, elterlicher Begleitung und gezielter Förderung der Medienkompetenz in Schule und Familie.
Auch die Bevölkerung der Schweiz befürwortet klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Laut einer Sotomo-Umfrage befürworten 80 Prozent der Befragten ein Verbot sozialer Medien für Kinder unter 16 Jahren.