Belastende Beschwerden und wenig medizinische Unterstützung – ein Phänomen, das Frauen in den Wechseljahren oft erleben. Darum bauen das Menopausenzentrum der Frauenklinik am Inselspital Bern und SWICA myMeno Insel auf: ein ganzheitliches Programm, das die individuellen Bedürfnisse der Patientin ins Zentrum stellt und die Therapie koordiniert. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und Langzeitfolgen vorzubeugen.
Hitzewallungen, Schlafstörungen, Libidoverlust, Stimmungsschwankungen … kommen Ihnen diese Symptome bekannt vor? Dann sind Sie vielleicht eine von rund einer Million Frauen in der Schweiz, die sich in den Wechseljahren befindet. Und falls diese Symptome Ihre Lebensqualität massiv einschränken, sind Sie nicht allein: Gemäss dem Menopausenzentrum der Frauenklinik am Inselspital in Bern ergeht es rund einem Drittel aller Frauen in dieser Lebensphase so.
Dabei erhalten viele nicht die nötige medizinische Behandlung. Oft ist die Versorgung fragmentiert, und Unsicherheiten, besonders im Zusammenhang mit Hormonersatztherapien, sind weit verbreitet. Prof. Dr. med. Petra Stute, Stv. Chefärztin, Leitende Ärztin und Leiterin des Menopausenzentrums, bringt es auf den Punkt: «Trotz der Häufigkeit und des breiten Spektrums von Wechseljahrbeschwerden, wird nur ein Bruchteil der Betroffenen adäquat betreut.» Zudem würden Langzeitfolgen wie Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen oft zu spät erkannt.
«Trotz der Häufigkeit und des breiten Spektrums von Wechseljahrbeschwerden wird nur ein Bruchteil der Betroffenen adäquat betreut.»
Hier setzt das Programm myMeno Insel an. Dieses wird aktuell vom Menopausenzentrum und SWICA aufgebaut und startet voraussichtlich im Frühling 2026 als Pilotprojekt. myMeno Insel verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und stellt die individuellen Bedürfnisse der Patientin in den Mittelpunkt. Es berücksichtigt körperliche, emotionale und soziale Aspekte gleichermassen. Je nach persönlicher Situation bezieht es verschiedene Fachbereiche wie die Gynäkologie, hausärztliche Grundversorgung, die Ernährungsmedizin, Psychotherapie, Sexualmedizin, Physiotherapie oder Komplementärmedizin mit ein. Das Besondere daran: Eine ärztliche Fachperson vom Menopausenzentrum koordiniert die verschiedenen Behandlungsansätze. Das verhindert Doppeluntersuchungen und ermöglicht individuelle Anpassungen.
Das Programm enthält auch viele digitale Elemente, was den einfachen Zugang zu einer optimalen Behandlung vereinfacht.
«Wir freuen uns, dass wir myMeno Insel im Rahmen eines Pilotprojekts zusammen mit dem Inselspital aufbauen können. Aufgrund der grossen Zahl an Betroffenen und der aktuell wenig befriedigenden Versorgungssituation können wir unseren Versicherten damit echten Mehrwert bieten.»
Die Initiantinnen von myMeno Insel sind überzeugt, dass eine frühzeitige Begleitung mögliche Folgeerkrankungen und Spätfolgen verhindern kann. Prof. Dr. med. Eva Blozik, Leiterin Versorgungsmanagement bei SWICA: «Wir freuen uns, dass wir myMeno Insel im Rahmen eines Pilotprojekts zusammen mit dem Inselspital aufbauen können. Aufgrund der grossen Zahl an Betroffenen und der aktuell wenig befriedigenden Versorgungssituation können wir unseren Versicherten damit echten Mehrwert bieten.»
Sie weiss, dass solche strukturierten, koordinierten und evidenzbasierten Programme viel bewirken können. «Anhand des Disease-Management-Programms bei Diabetes von Medbase konnten wir wissenschaftlich nachweisen, dass solche Programme einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Teilnehmenden haben und gleichzeitig kostensenkend wirken», so Blozik. Um den Effekt auf die Gesundheit und die Kosten zu messen, führt SWICA eine Begleitevaluation zu myMeno Insel durch.