In welcher Umgebung möchte ich gebären? Eine Frage, die sich die meisten Schwangeren stellen, denn es bestehen grosse Unterschiede zwischen Spitalgeburten und sogenannten ausserklinischen Geburten im Geburtshaus oder zu Hause. Viele Frauen beurteilen die Spitalgeburt als sicherste Option, da im Notfall Hebammen, Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzte rund um die Uhr zur Verfügung stehen und auch nach der Geburt eine umfassende Betreuung für die Mutter und das Neugeborene anbieten können. «Tatsächlich finden laut Hebammenverband 98 Prozent aller Geburten in der Schweiz in Spitälern statt», erklärt Lisa Bammatter, Hebamme und Mediensprecherin des Geburtshauses Winterthur. Im Gegensatz zu einem Geburtshaus kann die Betreuung im Spital unpersönlich sein. Die Gebärenden kennen das Personal meist nicht und wenn viele Frauen zum gleichen Zeitpunkt niederkommen, kann es auf der Station hektisch werden.
Im Geburtshaus oder zu Hause gebären
Im Geburtshaus niederkommen ist persönlicher. Oft sind ein bis zwei Hebammen zugegen, die die Gebärende bereits aus der Begleitung in der Schwangerschaft kennt. Noch intimer und vollumfänglich in vertrauter Umgebung ist eine Hausgeburt. Allerdings kommen sogenannte ausserklinische Geburten nur bei normal verlaufenden Schwangerschaften infrage. So dürfen keine Steisslage des Babys und kein Schwangerschaftsdiabetes der Mutter vorliegen und auch eine Zwillingsgeburt eignet sich nicht. Zudem kommen keine starken Schmerzmittel wie die Periduralanästhesie zum Einsatz. So wird denn auch eine von fünf Frauen während der Geburt ins Spital verlegt, weil sie stärkere Schmerzmittel braucht.«Anderseits kommt es immer häufiger vor, dass sich Frauen nach der Geburt ins Geburtshaus verlegen lassen, um dort das Wochenbett mit ihrem Kind zu verbringen», ergänzt Lisa Bammatter.
Oft haben werdende Mütter und Väter Bedenken bezüglich der Sicherheit bei einer Geburt im Geburtshaus. «Diese sind unbegründet», erklärt Lisa Bammatter. «Geburtshäuser arbeiten evidenzbasiert, nach klaren Leitlinien und meistens in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Spitälern. In Winterthur haben wir einen engen Austausch mit den Fachärztinnen und -ärzten des Kantonsspitals, damit wir die Sicherheit von Mutter und Kind jederzeit gewährleisten können». Sie möchte aber niemanden zu dieser Wahl überreden: «Wer sich im Spital wohler fühlt, ist dort auf jeden Fall am besten aufgehoben. Wichtig ist, dass es für die Mutter stimmt und ihr jede Option offensteht», bekräftigt die Hebamme.
Was gibt es in der Nähe?
Wo eine Frau ihr Kind zur Welt bringt, hängt stark vom vorhandenen lokalen Angebot ab. Gemäss der Interessengemeinschaft Geburtshäuser Schweiz IGGH-CH gibt es in der Deutschschweiz nur gerade elf Geburtshäuser, in der Romandie zehn und im Tessin eines. Diese liegen somit unter Umständen weit entfernt vom Wohnort der werdenden Mütter. Zudem bieten nur wenige frei praktizierende Hebammen die Begleitung von Hausgeburten an, weil diese Einsätze auf Abruf eine sehr grosse zeitliche Flexibilität voraussetzen. Mit der Eröffnung des Geburtshauses Winterthur im Jahr 2023 haben werdende Mütter dieser Region neben der Hausgeburt eine weitere Alternative zur Spitalgeburt. SWICA unterstützt als Sponsor das Geburtshaus Winterthur und damit eine umfassende gesundheitliche Infrastruktur am Ort ihres Hauptsitzes.
Finanziell gut abgesichert
Finanziell gesehen unterscheiden sich die Geburtsarten für die Frauen nicht. Wenn das Geburtshaus auf der Spitalliste des Kantons ist, sind alle Kosten, auch die stationären Leistungen, durch die Grundversicherung gedeckt. Auch bei einer Verlegung vom Spital ins Geburtshaus nach der Geburt werden die Wochenbettkosten für Mutter und Kind pauschal übernommen.