Die moderne Pflanzenheilkunde, auch Phytotherapie genannt, verbindet jahrhundertealtes Wissen mit den neuesten Erkenntnissen. In der Natur gibt es ein grosses Repertoire an Heilpflanzen, die Symptome erfolgreich lindern können.
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Für viele Menschen stellt das Heilen mit Pflanzen eine wertvolle Alternative oder sinnvolle Ergänzung zu schulmedizinischen Medikamenten dar. Die Heilpflanzenkunde blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte reicht.
Laut dem renommierten britischen Forschungszentrum Kew Gardens sind weltweit über 28'000 Pflanzenarten mit medizinischem Nutzen bekannt. In der europäischen Pflanzenheilkunde werden heute rund 500 Pflanzenarten zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet. Je nach Art kommen Blüten, Blätter, Früchte, Samen, Wurzeln oder Rinden zum Einsatz – zum Beispiel in Form von Tees oder anderen Präparaten.
Die traditionelle Phytotherapie ist ein volksheilkundliches Verfahren und stützt sich hauptsächlich auf überlieferte Erfahrungen. Diese sind auch heute noch ein wichtiger Bestandteil in der traditionellen chinesischen sowie in der ayurvedischen Medizin und der Volksmedizin.

Die rationale Phytotherapie nutzt das überlieferte Wissen aus der traditionellen Phytotherapie und nutzt dazu wissenschaftliche Verfahren, um die Pflanzen zu verarbeiten.
Phytopharmaka sind nicht gleich Homöopathika: Homöopathische Mittel enthalten durch die starke Verdünnung meist nur noch Spuren der aktiven Inhaltsstoffe. Bei der rationalen Pflanzenheilkunde werden hingegen Wirkstoffkonzentrate aus den Pflanzenteilen gewonnen.
Die Heilpflanzen werden in verschiedener Weise verarbeitet und können so in unterschiedlicher Form eingenommen oder angewendet werden:
Phytopharmaka können unterstützend oder ergänzend eingesetzt werden – sei es als Alternative zu schulmedizinischen Arzneimitteln oder als bevorzugte Therapie. Trotz ihrer pflanzlichen Inhaltsstoffe sind auch Phytopharmaka nicht frei von möglichen Nebenwirkungen, und in einigen Fällen können sie mit anderen Medikamenten interagieren. Wenn Beschwerden auftreten oder Unsicherheiten bestehen, ist es sinnvoll, eine ärztliche Fachperson einzubeziehen.
Was hilft bei Blähungen und Völlegefühl? Dr. Silke Schmitt Ogier, Chefärztin Onlinepraxis santé24, informiert in diesem Video welche Pflanzen bei Blähungen und Völlegefühl helfen.
Schlafstörungen gehören zu den belastendsten Alltagsbeschwerden. Wer schlecht schläft, fühlt sich am nächsten Tag oft energielos und weniger leistungsfähig. Pflanzliche Helfer werden schulmedizinische Medikamenten oftmals vorgezogen, da sie das Ein- und Durchschlafen auf natürliche Weise unterstützen. Vor einer Behandlung sollten aber medizinische oder psychische Gründe für die Schlafstörung ausgeschlossen werden.
Zu den bekanntesten Phytopharmaka bei Schlafstörungen zählen Lavendel, Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Melisse und Orangenblüten. Diese werden einzeln oder in Kombination eingesetzt.
Die genannten Phytopharmaka entfalten ihre volle Wirkung in der Regel erst nach einigen Tagen regelmässiger Anwendung.

Pflanzen können auch allergische Symptome hervorrufen. Halten die Beschwerden über längere Zeit an, verschlimmern sich die Symptome oder kommen neue dazu, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.