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Phytotherapie – Mit der Kraft der Pflanzen durch den Alltag

Die moderne Pflanzenheilkunde, auch Phytotherapie genannt, verbindet jahrhundertealtes Wissen mit den neuesten Erkenntnissen. In der Natur gibt es ein grosses Repertoire an Heilpflanzen, die Symptome erfolgreich lindern können.

Autor/inSWICA Content Team
4 Minuten Lesezeit30. März 2026

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Lindern und Heilen mit der Natur: Phytotherapie

Für viele Menschen stellt das Heilen mit Pflanzen eine wertvolle Alternative oder sinnvolle Ergänzung zu schulmedizinischen Medikamenten dar. Die Heilpflanzenkunde blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte reicht. 

Laut dem renommierten britischen Forschungszentrum Kew Gardens sind weltweit über 28'000 Pflanzenarten mit medizinischem Nutzen bekannt. In der europäischen Pflanzenheilkunde werden heute rund 500 Pflanzenarten zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet. Je nach Art kommen Blüten, Blätter, Früchte, Samen, Wurzeln oder Rinden zum Einsatz – zum Beispiel in Form von Tees oder anderen Präparaten.

Zwei Arten von Phytotherapie

Traditionelle Phytotherapie

Die traditionelle Phytotherapie ist ein volksheilkundliches Verfahren und stützt sich hauptsächlich auf überlieferte Erfahrungen. Diese sind auch heute noch ein wichtiger Bestandteil in der traditionellen chinesischen sowie in der ayurvedischen Medizin und der Volksmedizin.

Rationale Phytotherapie

Die rationale Phytotherapie nutzt das überlieferte Wissen aus der traditionellen Phytotherapie und nutzt dazu wissenschaftliche Verfahren, um die Pflanzen zu verarbeiten.

Phytopharmaka sind nicht gleich Homöopathika: Homöopathische Mittel enthalten durch die starke Verdünnung meist nur noch Spuren der aktiven Inhaltsstoffe. Bei der rationalen Pflanzenheilkunde werden hingegen Wirkstoffkonzentrate aus den Pflanzenteilen gewonnen.

Darreichungsformen von Heilpflanzen

Die Heilpflanzen werden in verschiedener Weise verarbeitet und können so in unterschiedlicher Form eingenommen oder angewendet werden:

  • Tee (Aufguss, Kaltauszug)
  • Tinktur, Flüssigextrakt
  • Tablette, Dragee, Kapsel
  • Creme, Salbe, Gel
  • Badezusatz

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Phytopharmaka

Phytopharmaka können unterstützend oder ergänzend eingesetzt werden – sei es als Alternative zu schulmedizinischen Arzneimitteln oder als bevorzugte Therapie. Trotz ihrer pflanzlichen Inhaltsstoffe sind auch Phytopharmaka nicht frei von möglichen Nebenwirkungen, und in einigen Fällen können sie mit anderen Medikamenten interagieren. Wenn Beschwerden auftreten oder Unsicherheiten bestehen, ist es sinnvoll, eine ärztliche Fachperson einzubeziehen.

Heilpflanzen bei Magenverstimmung und Verdauungsstörung

  • Kümmel, Fenchel und Anis stammen aus derselben Pflanzenfamilie und sind bekannt für ihre antibakterielle und entkrampfende Wirkung. Am besten ist es, die drei Pflanzen gleich kombiniert als Tee zu sich zu nehmen.
  • Die Artischocke unterstützt Leber und Magen. Sie wirkt gallentreibend, lipidsenkend und antioxidativ. Die Fertigpräparate werden meist aus den Blättern der Artischocke hergestellt und enthalten Bitterstoffe. Diese werden zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Aufstossen und Blähungen eingesetzt.
  • Das ätherische Öl der Pfefferminze ist weit verbreitet. Bereits der frische Duft kann bei Unwohlsein appetitanregend wirken. Die Extrakte aus den Blättern enthalten blähungstreibende und verdauungsfördernde Wirkstoffe und beruhigen den Magen-Darmtrakt.

Was hilft bei Blähungen und Völlegefühl? Dr. Silke Schmitt Ogier, Chefärztin Onlinepraxis santé24, informiert in diesem Video welche Pflanzen bei Blähungen und Völlegefühl helfen.

Probleme beim Einschlafen?

Schlafstörungen gehören zu den belastendsten Alltagsbeschwerden. Wer schlecht schläft, fühlt sich am nächsten Tag oft energielos und weniger leistungsfähig. Pflanzliche Helfer werden schulmedizinische Medikamenten oftmals vorgezogen, da sie das Ein- und Durchschlafen auf natürliche Weise unterstützen. Vor einer Behandlung sollten aber medizinische oder psychische Gründe für die Schlafstörung ausgeschlossen werden.

Zu den bekanntesten Phytopharmaka bei Schlafstörungen zählen Lavendel, Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Melisse und Orangenblüten. Diese werden einzeln oder in Kombination eingesetzt.

Die genannten Phytopharmaka entfalten ihre volle Wirkung in der Regel erst nach einigen Tagen regelmässiger Anwendung.

Erkältung lindern mit Kräutern

  • Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird oft Salbei eingesetzt, denn er wirkt entzündungshemmend und hat antimikrobielle Eigenschaften. Salbei kann lokal als Lutschtablette, Tee, Spray oder Lösung angewendet werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte vorsichtshalber kein Salbei und Salbeiextrakt eingenommen werden*.
  • Zu den wichtigsten Heilpflanzen zur Vorbeugung einer Erkältung gehört Echinacea (Sonnenhut). Die Pflanze stärkt das Immunsystem und kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie bei akuten Erkältungen angewendet werden. In der Regel werden die Extrakte in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen.

Pflanzen können auch allergische Symptome hervorrufen. Halten die Beschwerden über längere Zeit an, verschlimmern sich die Symptome oder kommen neue dazu, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

*Anwendungshinweise:

  • Kontakt der ätherischen Öle mit Augen und Schleimhäute sollte vermieden werden.
  • Auf der Haut sollten ätherische Öle verdünnt angewendet werden.
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, bei erkrankter Haut, Erkrankungen der Atemwege und Epilepsie sowie bei Patientinnen und Patienten mit Allergien sollten ätherische Öle nur in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin angewendet werden.
  • Ätherische Öle sollten bei Kindern nur sehr sparsam angewendet werden, bei Kindern unter 2 Jahren auf die Anwendung von ätherischen Ölen verzichten.
  • Bei bekannten Allergien auf gewisse Inhaltsstoffe keine Öle anwenden.
  • Pflanzen können auch allergische Symptome hervorrufen. Halten die Beschwerden über längere Zeit an, verschlimmern sich die Symptome oder kommen neue dazu, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
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