Eva Blozik ist vernetzt: Die Leiterin Versorgungsforschung bei SWICA führt die Zusammenarbeit mit zentralen Organisationen wie Hochschulen und Universitätsspitälern, ambulanten Leistungserbringern sowie Stiftungen. Ihr Ziel: mehr Qualität und Effizienz im Gesundheitssystem.
Während meiner Weiterbildungszeit zur Fachärztin für Public Health habe ich an verschiedenen spannenden Orten im Gesundheitswesen gearbeitet: im Spital, beim Bundesamt für Gesundheit, im Pflegeheim, in der Grundversorgung. Dabei blieb mir nicht verborgen, dass die erwünschten Wirkungen der Gesundheitsversorgung oftmals aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht bei den Patientinnen und Patienten ankommen. Beispielsweise enthält das Vergütungssystem Hürden, weil die benötigten Informationen nicht vorliegen oder weil sich die verschiedenen Behandlungsaktivitäten widersprechen. Ich wollte besser verstehen, wo die Ursachen liegen und wie wir es in der Gesundheitsversorgung besser machen können.
Ich koordiniere, unterstütze die Arbeiten des Teams, vertrete SWICA mit Themen aus der Versorgungsforschung und der integrierten Versorgung nach innen und aussen.
Wir sind aktuell vier Personen im Bereich Versorgungsforschung. Unser Team ist aber mit einer Vielzahl von Projekten und Fragestellungen beschäftigt, an denen wiederum viele verschiedene Fachleute von SWICA und externen Organisationen mitwirken. Das schafft ein grosses Netzwerk. Wir arbeiten zum Beispiel eng mit akademischen Institutionen und mit Leistungserbringern zusammen.
Wir haben einerseits eine besondere Expertise für Gesundheitsökonomie, Datenbearbeitung und Datenanalyse im Team. Andererseits haben wir vertiefte Kenntnisse zu Public Health, der Organisation des Gesundheitswesens und zu Fragen der Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung.
Für uns sind drei Fragestellungen besonders wichtig: Wie kann man die Kosten- und Abrechnungsdaten zur Förderung von Transparenz und Qualität in der Medizin nutzen? Wie können interprofessionelle Behandlungspfade optimal eingesetzt werden, um die Qualität und Effizienz der Patientenversorgung zu erhöhen? Und wie lassen sich die Anreizstrukturen von Mengenanreizen hin zu Anreizen für mehr Qualität und Effizienz ausgestalten?
«Als sehr grossen Pluspunkt sehe ich unsere enge Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Bereichen und Abteilungen bei SWICA und die hohe Wertschätzung, die uns als Spezialistenteam entgegengebracht wird.»
Unsere Analysen stellen eine Daten- und Evidenzgrundlage für Priorisierungsentscheide: Wir quantifizieren Versorgungsprobleme und beschreiben betroffene Patientengruppen. So lassen sich neue Dienstleistungen und Versorgungsmodelle entwickeln, durch die SWICA-Kundinnen und Kunden von einer besseren Gesundheitsversorgung profitieren können. Daneben teilen wir unsere Erkenntnisse aber auch mit der Fachwelt und der Öffentlichkeit, denn Neues und Optimiertes entsteht immer aus guten und engen Partnerschaften – insbesondere mit Leistungserbringern. Schliesslich ist es auch essenziell, dass die Öffentlichkeit und die Gesundheitspolitik darüber informiert werden, welche Massnahmen im Gesundheitswesen erfolgversprechend sind, intensiviert werden sollten und wo die Versorgung optimiert werden kann.
Als sehr grossen Pluspunkt sehe ich unsere enge Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Bereichen und Abteilungen bei SWICA und die hohe Wertschätzung, die uns als Spezialistenteam entgegengebracht wird. Unsere Kolleginnen und Kollegen sehen den Mehrwert, den die Versorgungsforschung bringt.
Bezüglich Herausforderungen sieht es bei uns ähnlich aus, wie bei anderen im Gesundheitswesen tätigen Akteure: Der Fachkräftemangel limitiert die Ressourcen, um innovative Projekte in der Gesundheitsversorgung umzusetzen. Mitunter gibt es auch gesetzliche Barrieren. So könnten wir durch Datenanalysen der Abrechnungsdaten präventiv Patientinnen und Patienten mit Risikokonstellationen, wie zum Beispiel mit gefährlichen Medikamentenkombinationen, identifizieren und auf dieses Risiko hinweisen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist dies aber nicht zulässig.
Ein konkretes Beispiel, wie Patientinnen und Patienten von der Versorgungsforschung profitieren, ist das Projekt Trio+. Gemeinsam mit dem Kantonsspital Winterthur und Medbase bauen wir ein integriertes Versorgungssystem in der Region Winterthur auf. Zum ersten Mal arbeiten in der Schweiz ein ambulanter sowie ein stationärer Leistungserbringer und eine Krankenversicherung in dieser Form zusammen, um eine Verbesserung der Behandlungsergebnisse zu erreichen.