Lipide und Fette sind essenziell für unseren Körper. Ein Ungleichgewicht kann jedoch die Gefässe und das Herz belasten. Mit etwas Hintergrundwissen, der richtigen Ernährung und genügend Bewegung kann aktiv dazu beigetragen werden, den Fettstoffwechsel wieder zu normalisieren. Das reduziert die Risiken für Erkrankungen – ganz ohne den grossen Verzicht. Ellen Weber, Ernährungsberaterin bei santé24, gibt wertvolle Tipps.
Unser Fettstoffwechsel ist dafür zuständig, Fette aus der Nahrung abzubauen, diese zu transportieren und abzuspeichern. Diese Fettstoffe dienen uns als Energiequelle, als Grundlage zum Aufbau von Hormonen und als Zellbaustoff. Dabei ist dieses System sehr fein abgestimmt.
Wenn es jedoch aus dem Gleichgewicht kommt, sprechen Fachpersonen von einer sogenannten Fettstoffwechselstörung. Dazu gehören Indizien wie erhöhte Blutfettwerte. Die häufigste Form der Fettstoffwechselstörung ist die Hypercholesterinämie; ein zu hoher Cholesterinwert. Dabei kommt es zu einem Überschuss an Low-Density Lipoprotein (LDL). Das LDL ist ein Protein, welches das Cholesterin im Körper verteilt, weshalb es auch als schlechtes oder ungesundes Cholesterin bezeichnet wird.
Das High-Density Lipoprotein (HDL) hingegen ist ein Protein, das Cholesterin von den Zellen in die Leber transportiert, wo es abgebaut wird. Deshalb gilt es als «gutes» Cholesterin. «Der HDL-Spiegel kann vor allem durch physische Aktivität beeinflusst werden und nur wenig durch die Ernährung», erklärt Ellen Weber, Ernährungsberaterin BFH BSc bei santé24.
Ebenfalls möglich ist ein erhöhter Triglyceridspiegel. Auch das kann langfristig die Gefässe schädigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Eine Fettstoffwechselstörung kann über die Zeit hin erworben werden oder auch vererbt sein. Die Gründe dafür sind oftmals eine ungünstige Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen oder Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus. Bei einer genetischen, familiären Hypercholesterinämie ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders hoch.
«Auch bei einem gesunden Lebensstil können die Cholesterinwerte aufgrund genetischer Faktoren erhöht sein. Gerade dann ist ein gesunder Lebensstil besonders wichtig», so Weber. Sind die Blutfettwerte durch diese Fettstoffwechselstörung erhöht, kann das zu Ablagerungen in den Arterien und zu einer Arteriosklerose führen. Die Blutgefässe werden dadurch enger und verlieren an Elastizität. Dies steigert das Risiko für einen Schlaganfall oder für einen Herzinfarkt deutlich.
««Auch bei einem gesunden Lebensstil können die Cholesterinwerte aufgrund genetischer Faktoren erhöht sein. Gerade dann ist ein gesunder Lebensstil besonders wichtig.»»
«Bei erhöhten Blutfettwerten kann eine Verbesserung des Lebensstils hilfreich sein. Ernährung, Bewegung, Rauchverhalten und das eigene Wohlbefinden sollten dabei untersucht werden», sagt die Ernährungsberaterin. Eine ausgewogene Ernährung gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) wird dabei empfohlen. Hilfestellung bietet der «optimale Teller», der veranschaulicht, wie sich eine Hauptmahlzeit ausgewogen zusammenstellen lässt.
Tierische Fette, allen voran Wurstwaren, fettiges Fleisch, Butter und Rahm, sollten reduziert werden. Stattdessen gehören mehr pflanzliche Proteinquellen und pflanzliche Fette wie Raps-, Oliven-, Leinöl oder Fisch auf den Speiseplan. Auch Fertiggebäcke und frittierte Snacks sollten vermieden werden. Durch eine hohe Ballaststoff-Zufuhr, etwa durch Vollkornprodukte, Gemüse, Früchte und Hülsenfrüchte, können sich die LDL-Cholesterinwerte senken. «Ballaststoffe helfen dem Körper dabei, das Nahrungscholesterin zu binden und auszuscheiden», erklärt Weber.
Neben einer Ernährungsumstellung hilft auch bei der Fettstoffwechselstörung körperliches Aktivsein. Nur schon dreissig Minuten moderate Bewegung an fünf Tagen pro Woche verbessert die Cholesterinwerte und fördert die Durchblutung. Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Joggen oder Walking sind dafür ideal. Regelmässige Kontrollen beim Hausarzt helfen zudem, Veränderungen der Blutfettwerte rechtzeitig zu erkennen und ihnen schon präventiv die Stirn zu bieten.
Das ist auch wichtig: Wie das Universitätsspital Zürich (USZ) schreibt, gehen Schätzungen davon aus, dass in unseren Breitengraden etwa jede zweite Person über 40 Jahren erhöhte Blutfettwerte aufweiset. Dabei muss man eine Fettstoffwechselstörung ja nicht einfach akzeptieren.
Mit regelmässiger Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und etwas Wissen über das Zusammenspiel von Fetten kann man selbst aktiv dazu beitragen, seine Gefässe und sein Herz zu schützen. «Der Schlüssel im Umgang mit den eigenen Fettwerten liegt darin, einen bewussten und genussvollen Umgang mit Lebensmitteln und Gewohnheiten zu pflegen», fasst Ellen Weber zusammen.
Hoher Blutdruck, hoher Blutzucker, hohes Cholesterin – wann und ob man diese oder ähnliche Krankheiten bekommt, wie viele Medikamente man nehmen muss und wie fest man davon eingeschränkt wird, hängt stark vom eigenen Lebensstil ab. Das neue Coaching von santé24 hilft Betroffenen, ihren Alltag nachhaltig gesünder zu gestalten und in die Lebensqualität zu investieren. Mehr erfahren.