Gürtelrose zeigt sich nicht nur durch Juckreiz und Bläschen, sondern geht oft mit starken, langanhaltenden Schmerzen einher. Warum ein rasches Handeln bei den ersten Anzeichen entscheidend ist und wie wirksam ein Impfstoff schützen kann, lesen Sie hier.
Gürtelrose wird durch einen Virus ausgelöst, den fast alle Menschen in der Schweiz bereits seit der Kindheit in ihrem Körper tragen. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) weisen 98 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Antikörper gegen Varizella-Zoster-Viren auf – im Volksmund auch wilde Blattern oder Windpocken genannt.
Nach einer Windpocken-Erkrankung bleibt das Virus ein Leben lang im Körper und schlummert in den sogenannten Ganglien (Nervenknoten). Das BAG gibt an, dass rund 20 Prozent der Menschen, die das Varicella-Zoster-Virus in sich tragen, später einmal im Leben an einer Gürtelrose erkranken.
Bei Stresssituationen, im Alter sowie bei einem geschwächten Immunsystem können die Viren reaktiviert werden. Bei einer Reaktivierung gelangen die Viren über die Nervenbahnen zur Haut, wo sie zuerst Juckreiz und Schmerzen auslösen.
Es folgen Hautirritationen und Ausschläge mit Bläschen. Oft treten die Beschwerden am Rücken, in der Bauchregion oder auch im Gesicht auf.
«Wenn die Krankheit in den ersten 72 Stunden diagnostiziert wird, lässt sie sich gut behandeln», sagt Dr. Silke Schmitt Oggier, Chefärztin der Onlinepraxis santé24. Die Vorboten einer Gürtelrose sind Juckreiz und einschiessende Schmerzen, noch bevor die ersten Hautirritationen sichtbar sind. Durch die frühzeitigen Einbezug einer Fachperson können die weitere Ausbreitung und die Dauer der Symptome verringert werden.
Obwohl die Bläschen und der Juckreiz sehr unangenehm sind, ist dies nicht der schlimmste Teil der Erkrankung. Betroffene leiden oft an Schmerzen, die sich wie kleine Messerstiche anfühlen. Gelegentlich können die sogenannten Nervenschmerzen über Monate oder Jahre hinweg andauern.
Die Krankheit selbst ist nicht ansteckend – wohl aber die in den Gürtelrose-Bläschen enthaltenen Varizella-Zoster-Viren. Kinder und Erwachsene, die noch keine Windpocken hatten, können sich durch den Kontakt mit diesen Bläschen mit Windpocken infizieren, etwa über eine Schmierinfektion durch die Hände oder über verunreinigte Gegenstände wie Türklinken.
Juckreiz und Bläschen sind bei Gürtelrose erst der Anfang.
Seit Februar 2022 gibt es in der Schweiz eine Impfung gegen Gürtelrose, die durch die Grundversicherung gedeckt ist (abzüglich Franchise und Selbstbehalt). Gemäss Infovac schützt der neue Impfstoff zu 91 Prozent vor einer Gürtelrose. Das BAG empfiehlt die Impfung gesunden Personen ab 65 Jahren sowie Patientinnen und Patienten mit Immundefizienz ab 50 Jahren, bei einer schweren Immundefizienz ab 18 Jahren.
Da eine Gürtelrose mehrmals auftreten kann, wird die Impfung auch genesenen Personen empfohlen. Die Viren ziehen sich nach der akuten Phase wieder in die Nervenknoten zurück und können bei einer Immunschwäche erneut ausbrechen.