Es juckt so stark, dass nur noch Kratzen dagegen hilft: viele Neurodermitis-Patientinnen und Patienten kennen dieses Gefühl. Hier erfahren Sie, was beim Wiederaufbau der geschädigten Haut hilft.
Neurodermitis ist keine Allergie, sondern eine Störung der Hautbarriere. Durch einen Mangel von wichtigen Stoffen wie Eiweissen oder Fetten, welche die äussere Schutzschicht der Haut bilden, wird die Hautbarriere durchlässiger.
Dadurch kommt es zu einem vermehrten Verlust von Wasser, was die Haut trockener und anfälliger macht. Allergene und andere Umweltstoffe können daher leichter in die Haut eindringen. Alles zusammen führt zu vermehrten Entzündungsreaktionen.
«Welche Pflegepräparate am besten wirken und vertragen werden, muss man ausprobieren. Oft ist das saisonal unterschiedlich.»
Typisch für eine Neurodermitis ist trockene und sehr empfindliche Haut. Zusätzlich können Symptome wie Rötungen, Juckreiz, nässende oder blutende Stellen (mit oder ohne Kruste), schuppende Haut und Stellen ohne akute Erscheinungen, die aber ein vergröbertes Hautrelief aufweisen, auftreten. Je nach Alter, zeigt sich die Neurodermitis an etwas anderen Hautstellen:
Bei 85 Prozent der betroffenen Kinder treten Symptome in den ersten fünf Lebensjahren auf.
Die wichtigste Massnahme bei Neurodermitis ist die tägliche Hautpflege. Damit wird die empfindliche Haut sanft gereinigt und ihre Barrierefunktion durch die richtige Pflege gestärkt oder wiederaufgebaut. So lassen sich Infektionen vorbeugen und das Eindringen von reizenden oder schädlichen Stoffen verhindern.
Im Winter, wenn die Luft kalt und trocken ist, empfiehlt sich eine eher fetthaltige Pflege. Im Sommer oder in heiss-feuchten Klimazonen sind Produkte mit geringem Fett- dafür höherem Feuchtigkeitsanteil vorteilhaft.
Trotz guter Pflege leiden betroffene Kinder und Erwachsene unter Juckreiz. Meist versuchen sie den Reiz durch Kratzen zu lindern. Primär verschafft das auch Linderung, verändert aber das Hautbild nachhaltig. Gegen den Juckreiz können zum Beispiel kühle, hautfreundliche und atmungsaktive Textilien, Umschläge und Verbände mit Schwarztee, Kochsalz oder Salben helfen.