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Tierisch allergisch? Was wirklich hinter der Tierhaarallergie steckt

Nicht für alle ist ein Haustier ein Segen. Bei einer Tierhaarallergie kann der Umgang mit den haarigen Vierbeinern zur Qual werden. Erfahren Sie hier, wie Sie die Symptome erkennen und was Sie dagegen tun können.

Autor/inOlivia Fey
2 Minuten Lesezeit28. April 2021

Etwa jeder zehnte Mitteleuropäer und jeder dritte Allergiker ist von einer Tierhaarallergie betroffen. Am häufigsten geht sie von Katzen aus, gefolgt von Meerschweinchen, Kaninchen, Pferden und Hunden, in einigen Fällen auch von Federtieren. 

Praktisch alle Tiere mit Fell können eine Allergie auslösen, obwohl die Haare nicht die Ursache der Allergie sind, sondern Proteine, Hautschuppen, Schweiss oder andere Stoffe, die an den Tierhaaren haften bleiben. Es spielt auch keine Rolle, ob es sich um eine Lang- oder Kurzhaarrasse handelt oder ob die Tiere viele oder wenige Haare verlieren.

Symptome: So zeigt sich die Tierhaarallergie

Eine allergische Reaktion tritt unmittelbar während oder nach dem Kontakt mit den haarigen Genossen auf. Man spricht hier von Soforttyp-Allergien. Die Symptome müssen nicht sofort und nicht alle zusammen auftreten, sondern können im Laufe der Zeit entstehen und zunehmen. Auch Nesselfieber (Urtikaria) und Neurodermitis werden manchmal durch Tierhaare ausgelöst oder verschlimmert.

Zu den typischen Merkmalen zählen:

  • SWICA_Icon_Health_nose_RGB_Black

    laufende oder verstopfte Nase, Juckreiz und Niesanfälle

  • SWICA_Icon_Health_eye_RGB_Black

    juckende, gereizte und tränende Augen

  • SWICA_Icon_Health_head_RGB_Black

    Husten, Atemnot oder pfeifender Atem

  • SWICA_Icon_Health_lungs_RGB_Black

    Engegefühl in der Brust

«In erster Linie sollte man, wie bei anderen Allergien auch, den Auslöser künftig meiden. »

Silke Schmitt Oggier, Chefärztin Onlinepraxis

santé24

Gibt es eine Therapiemöglichkeit?

«In erster Linie sollte man, wie bei anderen Allergien auch, den Auslöser künftig meiden», erklärt Silke Schmitt Oggier, Chefärztin Onlinepraxis santé24. Bei einer Tierallergie bedeutet das: Keinen Kontakt mehr mit dem Tier haben. «Den geliebten Vierbeiner abzugeben, ist aber nicht immer einfach», sagt Schmitt Oggier weiter. Medikamente wie Antihistaminika oder kortikosteroidhaltige Präparate können die Symptome mildern. Man sollte jedoch gut abwägen, ob eine dauerhafte Therapie wirklich gerechtfertigt ist.

Eine allergenspezifische Immuntherapie oder Desensibilisierung kommt bisher nur bei Betroffenen einer Katzen-, Hunde- oder Pferdeallergie in Frage. Dies auch nur, wenn trotz aller Massnahmen und medikamentöser Behandlung mässige bis schwere Symptome fortbestehen. Während der allergenspezifischen Immuntherapie muss das Tier weggegeben werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Tipps und Massnahmen 

Einer Tierhaarallergie lässt sich leider nicht wirklich vorbeugen. Mit ein paar Massnahmen kann die dauernde Allergenbelastung in der direkten Umgebung zumindest reduziert werden, was aber nicht mit Sicherheit vor dem Auftreten einer Allergie schützt:

  • Nach jedem Streicheln die Hände waschen.
  • Kleider nach dem Tierkontakt mit einem Kleiderroller reinigen (keine Kleiderbürste verwenden) oder möglichst noch draussen wechseln und waschen.
  • Das Haustier nicht in den Schlafbereich lassen, da man sich dort die meisten Stunden aufhält und deshalb im Schlafzimmer verbliebene Allergene die grösste Auswirkung haben.
  • Vorleger und Teppiche entfernen oder das Tier nur in Räumen ohne Teppiche halten, die man feucht aufnehmen kann.
  • Fussböden und Möbel regelmässig mit einem feuchten Lappen reinigen.

Allergiebetroffene sollten vor der Anschaffung eines Fell- oder Federtiers eine mögliche Tierallergie mit all ihren Konsequenzen (Dauertherapie oder Weggabe des geliebten Tiers) in Betracht ziehen und möglichst sachlich über die Konsequenzen nachdenken.

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