Nicht für alle ist ein Haustier ein Segen. Bei einer Tierhaarallergie kann der Umgang mit den haarigen Vierbeinern zur Qual werden. Erfahren Sie hier, wie Sie die Symptome erkennen und was Sie dagegen tun können.
Etwa jeder zehnte Mitteleuropäer und jeder dritte Allergiker ist von einer Tierhaarallergie betroffen. Am häufigsten geht sie von Katzen aus, gefolgt von Meerschweinchen, Kaninchen, Pferden und Hunden, in einigen Fällen auch von Federtieren.
Praktisch alle Tiere mit Fell können eine Allergie auslösen, obwohl die Haare nicht die Ursache der Allergie sind, sondern Proteine, Hautschuppen, Schweiss oder andere Stoffe, die an den Tierhaaren haften bleiben. Es spielt auch keine Rolle, ob es sich um eine Lang- oder Kurzhaarrasse handelt oder ob die Tiere viele oder wenige Haare verlieren.
Eine allergische Reaktion tritt unmittelbar während oder nach dem Kontakt mit den haarigen Genossen auf. Man spricht hier von Soforttyp-Allergien. Die Symptome müssen nicht sofort und nicht alle zusammen auftreten, sondern können im Laufe der Zeit entstehen und zunehmen. Auch Nesselfieber (Urtikaria) und Neurodermitis werden manchmal durch Tierhaare ausgelöst oder verschlimmert.
Zu den typischen Merkmalen zählen:
laufende oder verstopfte Nase, Juckreiz und Niesanfälle
juckende, gereizte und tränende Augen
Husten, Atemnot oder pfeifender Atem
Engegefühl in der Brust
«In erster Linie sollte man, wie bei anderen Allergien auch, den Auslöser künftig meiden. »
«In erster Linie sollte man, wie bei anderen Allergien auch, den Auslöser künftig meiden», erklärt Silke Schmitt Oggier, Chefärztin Onlinepraxis santé24. Bei einer Tierallergie bedeutet das: Keinen Kontakt mehr mit dem Tier haben. «Den geliebten Vierbeiner abzugeben, ist aber nicht immer einfach», sagt Schmitt Oggier weiter. Medikamente wie Antihistaminika oder kortikosteroidhaltige Präparate können die Symptome mildern. Man sollte jedoch gut abwägen, ob eine dauerhafte Therapie wirklich gerechtfertigt ist.
Eine allergenspezifische Immuntherapie oder Desensibilisierung kommt bisher nur bei Betroffenen einer Katzen-, Hunde- oder Pferdeallergie in Frage. Dies auch nur, wenn trotz aller Massnahmen und medikamentöser Behandlung mässige bis schwere Symptome fortbestehen. Während der allergenspezifischen Immuntherapie muss das Tier weggegeben werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Einer Tierhaarallergie lässt sich leider nicht wirklich vorbeugen. Mit ein paar Massnahmen kann die dauernde Allergenbelastung in der direkten Umgebung zumindest reduziert werden, was aber nicht mit Sicherheit vor dem Auftreten einer Allergie schützt:
Allergiebetroffene sollten vor der Anschaffung eines Fell- oder Federtiers eine mögliche Tierallergie mit all ihren Konsequenzen (Dauertherapie oder Weggabe des geliebten Tiers) in Betracht ziehen und möglichst sachlich über die Konsequenzen nachdenken.