Schlimmeres verhindern
All diese Probleme sind keineswegs neu. «Der Medikamentenmangel in der Schweiz zeichnet sich seit Jahren ab, und die Situation verschlimmert sich in einem exponentiellen Ausmass», sagt Daniel Lo Verdi, Leiter Fachführung Medizin bei SWICA. «Wir sehen uns einer prekären Lage gegenüber. Es gilt nun, Schlimmeres zu verhindern». Der Experte stellt klar, dass dafür alle Akteure an einem Strang ziehen müssten.
Das ist auch die Strategie des Bundes. Um die Versorgung langfristig zu stärken, erschien 2022 der «BAG-Bericht Arzneimittelversorgungsengpässe». Aktuell arbeitet der Bund zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Forschung, Ärzteschaft, Apotheken, Verbänden und Kantonen an Umsetzungsvorschlägen. Mit konkreten Ideen wird noch dieses Jahr gerechnet. Gleichzeitig hat eine breite Allianz unter anderem aus Apotheken, Ärzteschaft, Drogisten und Pharma im April 2023 eine Volksinitiative lanciert. Diese will die Medikamentenversorgung verbessern, indem der Bund die entsprechenden Kompetenzen erhält. Ausserdem sollen Gelder fliessen, um den Standort Schweiz für Forschung, Entwicklung, Produktion und Lagerhaltung für Medikamente zu stärken. Damit sind zwar einige politische Massnahmen angestossen, mit einer schnellen Verbesserung der Lage ist aber nicht zu rechnen. Bei fehlenden Medikamenten müssen Patientinnen und Patienten bis auf Weiteres auf Alternativen zurückgreifen.