Von März bis November ist Hochsaison für Zecken. Steigen die Temperaturen leicht über den Gefrierpunkt, erwachen die kleinen Krabbeltiere aus ihrer Winterstarre. Ob beim Wandern, Radfahren oder einem entspannenden Picknick – es ist wichtig, gut informiert zu sein. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist neben Borreliose die bekannteste Krankheit, die von Zecken übertragen werden kann und gefährlich ist. Santé24 erhält in der Zeckensaison 10 bis 20 Anrufe pro Tag die Zecken betreffen. Erfahren Sie mehr über Zecken und wie Sie sich richtig vor ihnen schützen können.
Die beiden häufigsten Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden sind die Frühsommer-Meningoenzephalititis (FSME) und die Lyme-Borreliose.
Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in der Schweiz. Jährlich sind rund 10'000 Personen davon betroffen. Bei dieser Infektionskrankheit gelangen die Bakterien «Borrelia burgdorferi» nach etwa zwölf Stunden vom Darm der Zecke in den Blutkreislauf der Gestochenen. Erste Anzeichen der Borreliose können Rötungen der Haut oder grippeähnliche Symptome sein. Ein charakteristisches Symptom ist die Wanderröte, die in mehr als 50 Prozent der Fälle auftritt. Meistens tritt sie dort auf, wo die Zecke zugestochen hat. Die Wanderröte ist eine ringförmige Hautrötung, welche sich üblicherweise rund um die Stichstelle beobachten lässt. Unbehandelte Borreliose-Infektionen könne schwerwiegende Folgen haben. Es ist nach einem Zeckenstich ratsam, die Stelle genau zu beobachten und bei Symptomen in den Wochen nach dem Stich eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Borreliose im Anfangsstadium kann mit Antibiotika behandelt werden.
FSME ist eine virale Infektion, die das zentrale Nervensystem befällt. In 70 bis 90 Prozent verläuft die Infektion nahezu beschwerdefrei. An FSME-Erkrankte spüren die ersten Anzeichen durchschnittlich sieben bis 14 Tage nach dem Zeckenstich. Bei einem schwerwiegenden Verlauf kann es sogar zu Lähmungen und Bewusstseinsstörungen kommen. Leider gibt es kein Medikament, das das Virus bekämpfen kann. Gegen FSME gibt es eine Impfung, die allen Erwachsenen und Kinder ab sechs Jahren in der ganzen Schweiz mit Ausnahme des Tessins und des benachbarten Auslands empfohlen wird.
Die Zeckensaison in der Schweiz dauert in der Regel von März bis November. Steigen die Temperaturen leicht über den Gefrierpunkt, erwachen die Zecken aus der Winterstarre und werden aktiv. Ist es in den Wintermonaten während mehreren Tagen nicht unter 0 Grad, können auch dann Zecken aus der Winterstarre erwachen und entsprechend früher aktiv werden.
Weltweit gibt es ungefähr 850 verschiedene Zeckenarten. In der Schweiz kommen aktuell etwa sechs verschiedene Arten vor. Durch das immer wärmer werdende Klima nisten sich stetig neue Zeckenarten ein.
Die häufigste Zeckenart der Schweiz ist der gemeine Holzbock. Diese Zecke bevorzugt dichtes Unterholz, Wälder und angrenzende Lichtungen, Stadtparks aber auch Gärten. Der gemeine Holzbock wird in ausgewachsenem Stadium bis zu 4,5 Millimeter gross. Es ist die meistgefürchtete Zecke, da sie Lyme-Borreliose und FSME übertragen kann.
Weitere Zeckenarten in der Schweiz sind die Auwaldzecke (besonders für Hunde gefährlich), die braune Hundezecke, die Schafzecke, die Haylomna-Zecke sowie die wenig erforschte Ixodes inopinatus.
Die Zecke sollte möglichst schnell nach dem Stich entfernt werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Sie sollte möglichst an einem Stück entfernt werden, um eine Infektion zu vermeiden. Für eine korrekte Entfernung ist es sinnvoll, eine Zeckenkarte (oder eine Pinzette) zu gebrauchen. Mit der Zeckenkarte greift man die Zecke nahe der Hautoberfläche an ihren Mundwerkzeugen (niemals am vollgesogenen Körper) und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Die Zecke sollte dabei nicht gedreht oder gequetscht werden. Nach dem Entfernen die Stichstelle gut desinfizieren. Sollte keine Zeckenkarte zur Hand sein, kann die Zecke beispielweise mit dem Fingernagel entfernt werden. Sehen Sie sich im Video die Anleitung zur Entfernung von Zecken an.
Die Zecke sollte niemals mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden, denn dies könnte dazu führen, dass sie den Speichel und somit Infektionserreger erst recht abgibt.
Eine Impfung gibt es bis anhin nur gegen FSME. FSME-Fälle treten bereits im Frühling auf, statistisch gesehen ist der Höchststand der Infektionen aber im Sommer. Die Gefahr einer Übertragung der FSME besteht das ganze Jahr, auch in einem milden Winter. Der Winter wäre der ideale Zeitpunkt für eine Impfung, man kann sich aber in jeder Jahreszeit impfen lassen. Für eine vollständige Grundimmunisierung werden drei Impfungen benötigt. Danach wird eine Auffrischungsimpfung alle 10 Jahre empfohlen.
Die Spezialistinnen und Spezialisten von santé24 bieten SWICA-Versicherten eine kostenlose Impfberatung an. In dieser wird geklärt, ob eine Impfung empfohlen wird und/oder ob eine Auffrischimpfung generell sinnvoll ist.
Faustregel:
Eine Ärztin oder ein Arzt sollte dann konsultiert werden, wenn nach einem Zeckenstich Symptome festgestellt werden, die typisch für eine Borreliose- oder FSME-Erkrankung sind. Manche treten bereits innert wenigen Tage nach dem Stich auf, andere erst nach ein paar Monaten.
Zu diesen Symptomen gehören:
In der Schweiz ist das Risiko erhöht, sich durch einen Zeckenstich mit FSME oder Borreliose zu infizieren. Eine Impfung gibt es bis anhin nur gegen die FSME. Grundsätzlich besteht das ganze Jahr über die Gefahr einer Übertragung der FSME-Erreger durch eine Zecke. Die Spezialistinnen und Spezialisten von santé24 bieten bei Fragen rund um die Impfung sowie sonstigen Zeckenfragen professionelle Unterstützung. Die Beratung ist für SWICA-Versicherte kostenlos.
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